Ein Thema was auch auf der DMEXCO 2019 sehr angesagt war! In unserem Kontext nennen wir das ganze “Hyperpersonalisierung”, was in erster Linie für die zielgerichtete Aussteuerung von relevantem Content jeglicher Art steht.

Content ist nicht mehr King, sondern „der richtige Content zur richtigen Zeit ist King“!

But first things first. Fangen wir damit an, wodurch das Ganze überhaupt erst zustande gekommen ist. Der Grund, warum es diese Hyperpersonalisierung überhaupt gibt und wozu es sie braucht.

Wie schlechte Kundenerlebnisse dafür sorgen das wir die Hyperpersonalisierung brauchen!

Wir stellen uns ein ganz normales Besuchererlebnis auf einer Webseite vor. Ich suche nach bestimmten Informationen. Informationen zu einem Produkt, Informationen zu einem bestimmten Thema oder vielleicht weiß ich sogar noch nicht ganz genau was ich suche aber ich weiß, dass es diese Informationen auf der Webseite, auf der ich mich gerade befinde, gibt. Jetzt wäre es ja super wenn ich direkt das was ich will auch angezeigt bekomme, korrekt? Die Realität sieht aber eben ganz anders aus. Meist brauche ich ca. 7-8 Klicks bis ich das für mich Relevante angezeigt bekomme. 7-8 Klicks! Im Zeitalter des Internets und auch als Marketing KPI, ist meine Seite da schon längst irrelevant geworden. Scheinbar zu überladen, zuviele Informationen. Notgedrungen shrinken wir die Seiten zusammen, frei nach dem Motto “weniger ist mehr”. Also brauche ich jetzt vielleicht nur noch 2 Klicks bis ich das Gesuchte auch finde. Super, denkt man jetzt. Komplexität verringert, der Kunde bekommt das was er sucht schneller in die Finger. Aber jetzt habe ich das ganze auf eine Information bzw. auf einer Ebene vollzogen. Was ist mit den anderen Interessenten? Einer der vorher vielleicht 2 Klicks gebraucht hat braucht jetzt 7-8 oder sogar mehr.

Zielgruppen bringens’ nicht!

“Dafür gibt es ja Zielgruppen”, werden die Meisten jetzt sagen. Aber ich gehe jetzt soweit, dass ich sage das Konzept der Zielgruppe ist mittlerweile veraltet. Das Internet und auch die Gesellschaft haben sich mittlerweile so gewandelt, dass die Zielgruppe Menschen und Besucher so grob kategorisiert, dass ich die Zielgruppe eigentlich auch nur auf „Mensch der sich im Internet befindet“ herunterbrennen kann.

Das bedeutet? Ich habe ca. 50 Millionen Deutsche auf die ich mich fokussiere. Das ist in der Tat kein Fokus mehr. Warum behaupte ich das jetzt? Ganz einfach: Die heutigen Fokusgruppen sind einfach keine Gruppen mehr sind. Jeder einzelne kann sich frei im Internet „entwickeln“ und entwickelt dementsprechend auch bestimmte Vorlieben und lässt sich eben nicht mehr nur in eine Gruppe fassen.

Die Aussteuerung muss also nicht mehr 1:n sondern n:n passieren.

Was bedeutet das jetzt aber Konkret?

Mir sollte nicht das gleiche angezeigt werden wie einem weißen Mann, kurz vor dem 30. Lebensjahr in einer Partnerschaft lebend mit einer Online Affinität, einem Hang zum Gaming und Social Media Accounts bei Facebook und Instagram. Wenn das die Zielgruppe ist werden wir sehr viele Unterschiede zwischen mir und dieser Person finden. Also reicht es hier nicht 1:n zu denken. Die Kategorie ist eher unendlich und kann auch auf unendliche Personen einzahlen. Eher ein n:1, da es aber immer wieder Personen gibt, die sich auch in Foren etc. organisieren und tatsächlich an ganz genau dem Gleichen interessiert sind reden wir von n:n.